Wagner hält köln-zügel: fokus auf ruhe und schnelle lösungen

Die Situation ist neu, das räumte René Wagner am Dienstag offen ein. Doch der Interimstrainer des 1. FC Köln will keine Panik verbreiten, sondern mit Lockerheit und klaren Ansagen die Kölner zurück auf die Erfolgsspur bringen. Ein Blick hinter die Kulissen des Trainings zeigt: Wagner arbeitet fieberhaft daran, die Mannschaft schnellstmöglich zu stabilisieren – und das vor dem Duell gegen Eintracht Frankfurt.

Die ungewohnte rolle des interimstrainers

Für Wagner ist es der erste Auftritt in dieser Verantwortung vor der Presse. „Es ist logischerweise sehr ungewohnt“, gestand er, während er sich sichtlich bemühte, sich in die neue Rolle zu finden. Zwei Tage sind vergangen seit seiner Bestellung, und die Aufgabe, die ihm und dem Verein übertragen wurde, ist klar: den 1. FC Köln vor dem Abgrund bewahren. Die Last der Verantwortung scheint ihn nicht zu erdrücken, sondern spornt ihn an.

Er betont die Notwendigkeit, Ruhe zu bewahren. „Von außen wird viel auf uns einprasseln, das ist logisch“, sagte Wagner. „Wir wollen fokussiert und ein bisschen locker bleiben.“ Diese Balance zwischen Professionalität und Entspannung war bereits im Training zu erkennen. Eine humorvolle Übung lockerte die Stimmung auf, doch Wagner zeigte auch deutlich seine Enttäuschung, als das Abwehrverhalten während einer Spielform nicht seinen Vorstellungen entsprach.

Wagner blickt zurück, um vorzuspielen

„Es geht darum, die kleinen Stellschrauben zu drehen“, erklärte der 37-Jährige. Er blickte auf die vergangenen Wochen zurück und ließ das 0:2 in Augsburg bewusst unerwähnt. „Wir haben an den Wochenenden meist funktioniert, die Performance war gut. Aber jeder Trainer, jeder Mensch und jeder Staff hat immer kleine Dinge, die verbessert werden können.“ Die Suche nach diesen Stellschrauben läuft auf Hochtouren, und Wagner ist zuversichtlich, einen guten Plan für das Spiel gegen Frankfurt zu haben.

Reutershahn als ruhepol und erfahrungsträger

Reutershahn als ruhepol und erfahrungsträger

Ein wichtiger Faktor in Wagners Strategie ist die Unterstützung durch Armin Reutershahn, den erfahrenen Co-Trainer. „Wir haben einen Co-Trainer gesucht, der schon viel gesehen hat“, so Wagner. Reutershahn, der über langjährige Bundesliga-Erfahrung verfügt, scheint genau der richtige Mann zu sein, um Wagner in schwierigen Situationen zur Seite zu stehen und ihn gegebenenfalls runterzuholen – „Armin hat jetzt die Bremse in der Hand.“

Die genaue Aufgabenteilung innerhalb des Trainerteams wird sich erst in den kommenden Tagen herauskristallisieren. Bis Freitag steht noch eine intensive Trainingswoche bevor, bevor der FC dann eine kurze Pause einlegt. Bereits am Mittwoch steht eine besondere Einheit an: ein internes Testspiel im Stadion, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, mit einem Schiedsrichter-Gespann und Verstärkung aus der U 19.

Wagner selbst lässt sich von dem Druck, der auf dem Geißbockheim lastet, nicht anmerken. Er versucht, ihn auszublenden, um organisiert arbeiten und sich auf das Wesentliche konzentrieren zu können. Seine bisherige Zeit als Co-Trainer unter Steffen Baumgart, die ihm die „Leute und deren Macken“ vertraut gemacht hat, kommt ihm nun zugute. Es sei zwar auch ein Stück Stolz dabei, betonte Wagner, doch darum gehe es im Moment gar nicht. Er möchte seinen Job machen, so wie er ihn auch in den letzten Jahren als Co-Trainer gemacht hat, und dabei das Mindset nicht verändern.

Die kommenden Tage werden zeigen, ob Wagner es schafft, die Kölner schnellstmöglich zu stabilisieren und ihnen neuen Mut zu geben. Frankfurt wird ein erster Test, bei dem sich zeigen wird, wie gut die neuen Stellschrauben sitzen. Die Fans des 1. FC Köln dürfen gespannt sein – und hoffen, dass der neue Interimstrainer die Wende einleiten kann.