Undav übernimmt müller-rolle – dfb unter dampf vor wm-test

Deniz Undav will den Stimmungsknobelpunkt der deutschen Nationalmannschaft einnehmen. Nach dem Aus von Thomas Müller als ‘Radio Müller’ übernimmt der Stuttgarter Offensivstar die Rolle des Entertainers im Team.

Der neue mann für die gute laune

„Es ist ein guter Vergleich, muss ich sagen“, erklärt Undav im dfb.TV-Interview. „Wir sprechen halt eine andere Sprache. Wir reden Deutsch, aber der Slang ist anders.“ Er will die Atmosphäre im Team aufrechterhalten und die Spieler entlasten – vor allem im Hinblick auf das anstehende WM-Turnier in den USA, Mexiko und Kanada.

Die WM-Vorbereitung ist alles andere als ein Zuckerschlecken. Während die Stars auf dem Platz die Hüllen fallen lassen, dürfte die Dynamik im Umkleidekasten entscheidend sein. Undav sieht sich da selbst als einen Katalysator – nicht im Sinne von Druck, sondern als einen, der die Lockerheit fördert. ‘Wir sind wie eine Klassenfahrt’, so seine Metapher. Es geht darum, eine gute Stimmung zu schaffen, die Spieler zu motivieren und ihnen den Kopf freizuhalten.

Geburtstagsstress ist irrelevant

Geburtstagsstress ist irrelevant

Auch sein 30. Geburtstag am 19. Juli, am Tag des WM-Finales, scheint Undav nicht zu stören. „Ich denke nicht so weit nach vorne. Wir haben jetzt erst mal ein Testspiel gegen Finnland“, betont er. Der Fokus liegt ganz klar auf Mainz und dem bevorstehenden Duell. Er will von Spiel zu Spiel profitieren und sich nicht mit Zukunftsszenarien aufplagen. Ein persönlicher Glücksbringer? Ein Schnuller seiner Tochter – ein ganz normaler, ganz menschlicher Moment.

Die Diskussion um den dfb ist ohnehin angespannt. Kritiker bemängeln das Fehlen einer klaren Linie und die unentschlossene Haltung des Präsidiums. Es wird erwartet, dass die Nationalmannschaft vor dem Turnier in eine ‘uncoole’ Phase münden könnte – ein unerwünschter Nebeneffekt, der unbedingt vermieden werden muss. Undav will da ein Gegengewicht sein, ein positiver Faktor, der die Mannschaft zusammenhält. Es ist ein Druck, der ihn nicht scheut. Denn im Fußball zählt nicht nur der individuelle Glanz, sondern auch das Zusammenspiel im Team.