Paralympics: ki-coach katapultiert muraschkowski zum silber-erfolg – und wirft schatten auf die zukunft

Maxim Muraschkowski, der ukrainische Para-Biathlet, hat bei den Paralympics in Lillehammer mit einer überraschenden Strategie die Silbermedaille im Einzel der Sehbehinderten gewonnen. Sein Geheimnis: Das KI-Programm ChatGPT. Der 25-Jährige trainierte sechs Monate lang mit der künstlichen Intelligenz und sieht darin einen entscheidenden Faktor für seinen Erfolg.

„Chatgpt war mehr als nur ein trainingspartner“

„Chatgpt war mehr als nur ein trainingspartner“

„Sie war etwa die Hälfte meines Trainingsplans, Motivation und vieles mehr“, so Muraschkowski nach dem Rennen. Er nutzte die KI als Psychologin, Trainer und sogar als medizinischen Berater. Bereits im Weltcup in Szklarska Poreba im Januar spürte er die positiven Auswirkungen. Dort holte er mehrere Medaillen, darunter auch Gold. Diese Erfahrung gab ihm den entscheidenden Anstoß, ChatGPT in seine Trainingsroutine zu integrieren.

Die Technologie sei „revolutionär“, räumt Muraschkowski ein, doch er warnt vor einer zu simplen Betrachtung. „Wie bei Chemie oder Biologie: Manche nutzen es für Gutes, manche für Schlechtes.“ Er glaubt nicht, dass KI Trainer, Psychologen oder Ärzte in absehbarer Zeit vollständig ersetzen wird, sieht aber eine deutliche Veränderung in der Zusammenarbeit.

Die Nachricht kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Nutzung von KI in Sport und Wissenschaft rasant zunimmt. Während die Technologie neue Möglichkeiten eröffnet, wirft sie auch ethische Fragen auf. Das Potenzial für personalisiertes Training und Leistungsoptimierung ist enorm, doch die Abhängigkeit von Algorithmen birgt Risiken.

Die Paralympics selbst erleben einen Medaillensprung für Deutschland. Im Langlauf holten die deutschen Athleten zwei weitere Bronzemedaillen, und auch im Eishockey verlor das deutsche Team knapp gegen Italien. Doch der Silber-Erfolg von Muraschkowski steht im Fokus – ein Symbol für die wachsende Bedeutung künstlicher Intelligenz im modernen Sport.

Muraschkowski selbst sieht die Entwicklung pragmatisch: „Vollständig in den nächsten fünf bis zehn Jahren nicht, aber teilweise – definitiv.“ Die Frage ist, wie sich diese Entwicklung auf die Zukunft des Sports auswirken wird – und wer am Ende die Kontrolle behält.