Leverkusen im abwärtstrend – transfer-desaster und pokalschock offenbaren tieferliegendes problem
Ein jähes 0:2 gegen den FC Bayern im DFB-Pokal hat die Fassadenbildung bei Bayer Leverkusen zutiefst erschüttert. Die Rückrunde entgleitet dem Anspruch, und der Frust wächst – nicht nur auf dem Platz.
Das teure puzzle, das nicht passt
Der Fehlstart in die Rückrunde offenbarte ein erschreckendes Dilemma: Die Werkself wirkt weit entfernt von ihrer Leistungsfähigkeit. Ein Matchplan war kaum erkennbar, die Energie und der Biss fehlten, und selbst die Wege in den gegnerischen Strafraum blieben ein Rätsel.
Die erste Halbzeit gegen den Rekordmeister präsentierte eine erschreckende Diskrepanz. Ein Klassenunterschied war deutlich sichtbar, und selbst nach der Pause, als die Mannschaft sich etwas steigerte, blieben die Fragezeichen bestehen. Die Bank, mit Malik Tillman, Ezequiel Fernández, Loic Badé und Eliesse Ben Seghir, zeugte von einem teuren, aber wenig zielführenden Transfergeschehen.

117 Millionen euro für wenig ertrag
Insgesamt 117 Millionen Euro hatten die Leverkusener Bosse im vergangenen Sommer in neue Spieler investiert. Eine nahezu komplette Mannschaft musste neu zusammengestellt werden, und dabei stechen die fünf teuersten Neuzugänge der Vereinsgeschichte hervor: Tillman (35 Millionen), Quansah (35), Ben Seghir (32), Fernández (25) und Badé (25). Nur Jarell Quansah ist tatsächlich eine Konstante im Kader. Die anderen Spieler wurden kaum eingesetzt – ein Desaster, das die Enttäuschung in der Mannschaft noch verstärkt.
Die Hoffnungen, die mit den Neuzugängen verbunden waren, waren groß. Sie sollten die Abgänge von Tah, Xhaka, Wirtz und Frimpong kompensieren. Diese Erwartungen sind jedoch völlig enttäuscht worden. Die Investition in diese Spieler hat sich bisher kaum ausgezahlt.

Ein blick auf die statistiken
Ben Seghir beispielsweise stand für 196 Minuten in dieser Saison im Einsatz – ein erschreckender Wert für 32 Millionen Euro. Ibrahim Maza und Christian Kofane hingegen haben kaum Spielzeit bekommen. Nur drei Neuzugänge haben sich wirklich eingespielt: Quansah, Maza und Kofane. Der Rest der Mannschaft ist kaum eine Chance erhalten, und die Integration stockt.
Die verantwortung liegt bei rolfes
Formal liegt die Verantwortung für das Kader-Dilemma bei Geschäftsführer Sport Simon Rolfes. Doch die Frage, ob er tatsächlich die alleinige Schuld trägt, ist komplex. Die Spieler erhalten kaum Möglichkeiten, sich zu zeigen. Es ist eine bittere Erkenntnis: Die Werkself steht vor einem gravierenden Problem, das über die bloße mangelnde Form hinausgeht.
Nach dem Aus in der Champions League und im Pokal steht in der Bundesliga nur noch der 6. Platz zu Buche. Leverkusen braucht dringend einen Wendehals, bevor die Saison in den Abwärtsstrudel abgleitet. Die Frage ist: Wer wird die Verantwortung übernehmen und die Mannschaft wieder auf Kurs bringen?
