Leichtathletik-EM: Owen Ansah krönt starken deutschen Tag mit historischem Gold
Birmingham - Der vorletzte Wettkampftag der Europameisterschaften war für Deutschland ein historischer: Owen Ansah gewann sensationell Gold über die 200 Meter. Dazu sorgten Emil Agyekum, der sich nur Superstar Karsen Warholm über die 400 Meter Hürden geschlagen geben musste, und Shanice Craft im Diskuswurf für Jubel im deutschen Leichtathletik-Team. Beide veredelten tolle Wettkämpfe mit der Silbermedaille.

Leichtathletik-EM: Owen Ansah krönt starken deutschen Tag mit historischem Gold
Sensationell! Ansah sprintet in unter 20 Sekunden zu 200-m-Gold. Quelle: Eurosport
Owen Ansah stürmte mit einer Traumzeit zum EM-Gold über 200 Meter - und im Stadion herrschte Totenstille. Der von einer langen Sperre bedrohte Hamburger hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham seine zweite Medaille geholt und deutsche Sprintgeschichte geschrieben. Weil zudem Hürden-Ass Emil Agyekum und Diskus-Dauerbrennerin Shanice Craft mit Silber den größten Erfolg ihrer Karriere feierten, steuert das deutsche Team einem absoluten Top-Ergebnis entgegen - schon zwölf Medaillen gab es in England.
"Ich bin mega happy", sagte Ansah in der "ARD": "Mein Ziel war es, von vorne bis Ende durchzuziehen. Das habe ich hinbekommen. Und mein Sohn hat gesagt: 'Papa, zünde den Turbo.' Das habe ich jetzt am Ende gemacht und ich bin mega happy."
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Weil er den britischen Topstar Zharnel Hughes klar auf den Silberrang verwies, wurde Ansah zum Partycrasher. Und feierte recht allein mit der Deutschland-Fahne. Owen Ansah gewinnt sensationell EM-Gold über 200 Meter Fotocredit: Getty Images
Nur der starke Wind verhindert Ansah-Rekord. Nach Bronze über 100 m krönte sich Ansah zum ersten deutschen Europameister über die 200 Meter seit 44 Jahren, 1982 in Athen hatte Olaf Prenzler Gold für die DDR gewonnen. 19,95 Sekunden standen für Ansah, der Hughes (20,16) schlug, schließlich auf der Uhr. Das wäre deutscher Rekord gewesen, allerdings war der Wind zu stark. Das ist aber das geringste Problem Ansahs: Wegen eines nicht zustande gekommenen Dopingtests im Juli könnte er nachträglich seine Medaillen womöglich wieder verlieren.
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Agyekum holt erste Medaille des Abends
Zuvor hatte Agyekum für die erste deutsche Medaille des Abends gesorgt - und für die erste deutsche 400-m-Hürden-Medaille bei einer EM seit 40 Jahren. "Ich bin einfach sehr happy, das ist etwas besonderes. Das ist die Belohnung für harte Arbeit. Und es ist erst der Anfang", sagte der 27 Jahre alte Berliner.
In 47,87 Sekunden nur dem überragenden norwegischen Weltrekordmann Karsten Warholm (46,63) geschlagen geben, der zum vierten Mal in Folge EM-Gold holte. Zuletzt hatte der große Harald Schmid bei seinem letzten Titel 1986 in Stuttgart eine deutsche EM-Medaille über die Hürdenrunde gewonnen. Schmids deutschen Uralt-Rekord hatte Agyekum im Juli mit 47,45 geknackt. U23-Europameister Owe Fischer-Breiholz wurde Fünfter (48,56), was er als indiskutabel empfand. "Ich glaube, ich hab noch nie so eine Enttäuschung verspürt", sagte er.
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Quelle: Eurosport
Craft gewinnt vierte EM-Medaille
Schließlich holte dann Craft ihre vierte EM-Medaille. Nach dreimal Bronze war es endlich Silber. In 61,85 Meter lag sie nur 2,45 Meter hinter der siegreichen Polin Krystyna Żurawowa (64,30). "Ich bin sehr zufrieden, ich habe mich verbessert und das war mein Ziel", sagte Craft. "Ich hoffe, das ist der Anfang, dass ich mich auf die Weltmeisterschaften 2028 vorbereite."