Kimmichs riskantes poker: gelbe karte geplant – und doch überrascht!

Atalanta Bergamo – Bayern München, 6:1. Eine Fußball-Gala, die in den Schatten gestellt wird von einem ungewöhnlichen Schachzug: Joshua Kimmich, der Kapitän der Bayern, spielte am Rande des Spielfelds mit den Gelben Karten, um sich für das Viertelfinale gegen Real Madrid oder Manchester City freizuspielen. Doch die Sache hatte eine überraschende Wendung.

Die kalkulierte verwarnung und ihre folgen

Die Taktik war offensichtlich: Kimmich, bereits mit zwei Verwarnungen belastet, wollte im Hinspiel gegen Bergamo die dritte Gelbe Karte provozieren, um im Rückspiel gegen den gleichen Gegner auszufallen und im Viertelfinale unbelastet zu sein. Michael Olise von Atalanta Bergamo hatte diesen Trick bereits vor dem Spiel versucht, wurde aber in der 77. Minute verwarnt. Kimmich benötigte mehr Geduld. Er zögerte bei einem Freistoß, provozierte Pfiffe und ließ die Ausführung mehrmals platzen, bis ihm selbst Musah die Entscheidung abnahm.

Doch Kimmich beteuerte später: Es war keine Absicht! „An sich war es unnötig“, erklärte er betont ernst. „Ich habe nach einer passenden Anspielstation gesucht, man will nicht ins Pressing reinspielen.“ Die Erklärung wirkte wenig überzeugend, vor allem angesichts der offensichtlichen Inszenierung. Ob er wirklich nur die Anspielstation suchte oder ob er doch kalkulierte, bleibt Spekulation.

Kompany macht kurzen prozess – ramos

Kompany macht kurzen prozess – ramos' geschichte als warnung

Trainer Vincent Kompany ließ das Thema sofort fallen: „Ich spreche nicht über Gelbe Karten, dafür war die Leistung zu gut heute.“ Eine Absprache mit Kimmich gab es nicht. Doch selbst Kompany konnte das Pokerface nicht lange wahren und deutete später in der Pressekonferenz an, dass die Situation noch analysiert werden müsse. Die Erinnerung an Sergio Ramos von Real Madrid im Jahr 2019, der ebenfalls durch eine absichtlich provozierte Gelbe Karte eine Sperre einhandelte und später von der UEFA bestraft wurde, sollte den Verantwortlichen zu denken geben. Ramos musste daraufhin wichtige Spiele verpassen.

Dayot Upamecano, ebenfalls gelbvorbelastet, hatte das Glück, keine weitere Verwarnung zu erhalten. Ein Risiko, das sich der FC Bayern nicht erneut leisten kann.

Die UEFA wird die Szene sicherlich prüfen. Ob Kimmich und Olise nun ähnliches Ungemach droht wie Ramos, bleibt abzuwarten. Der FC Bayern muss sich darauf einstellen, dass die Partie gegen Real Madrid oder Manchester City ohne ihren Kapitän möglicherweise deutlich schwieriger wird. Ein riskantes Spiel, das sich als teuer erweisen könnte.