Kabak schießt oft, aber vertrag noch auf sich warten lässt
Ozan Kabak, der türkische Verteidiger von TSG 1899 Hoffenheim, zeigte in der Bundesliga-Spieltag 17 gegen den VfL Wolfsburg seine prägende Präsenz im Gegnerstraum. Die Hoffenheim-Überlegenheit, die sich auch in einer Vereinsrekord-Marke von 16 Eckbällen manifestierte, spiegelte sich auch darin wider, dass Kabak deutlich mehr Aktionen und Abschlüsse vor dem VfL-Tor verbuchte als im eigenen Sechzehner.

Kabak schießt oft, aber vertrag noch auf sich warten lässt
Umso bitterer, dass ausgerechnet Kabak beim Gegentor aus dem Nichts nach einer Ecke jenen Hauch zu spät dran war, der vorn all seinen Kopfbällen und Schüssen gefehlt hätte. Er sei sogar noch dran gewesen am Ball, meinte der TSG-Verteidiger, der aber den entscheidenden Kopfkontakt von Wolfsburgs Konstantinos Koulierakis zum 0:1 nicht mehr verhindern konnte.
Allein Kabak visierte am Samstag das gegnerische Tor so oft an, wie alle Wolfsburger zusammen. Zweimal per Kopf (5. und 9.), einmal mit dem rechten Fuß (45+1), einmal mit dem linken (66.) - doch das Abschlussglück stand dem 25-jährigen Türken, der bislang vier Saisontreffer auf dem Konto hat, dieses Mal nicht zur Seite.
Auch das Klammern und Niederringen Kabaks im Strafraum, um Schlimmeres zu verhindern (16.), blieb ungeahndet. Verhandlungsrunde in den letzten Tagen: Auch Grischa Prömel, der Ausgleichstreffer des TSG, bestaunte der 25-Jährige aus nächster Nähe, weil der Abwehrrecke in der Hoffenheimer Schlussoffensive wie so oft schon wieder im Angriffszentrum gelauert hatte.
Die Gemeinsamkeiten mit Prömel bei weitem nicht erschöpft, liegt auch Kabak weiter auf der Lauer, was die jeweilige Zukunft anbelangt. Beide Spieler haben schwere Verletzungen (Kreuzbandrisse) und lange Zwangspausen hinter sich. Beide Verträge laufen nach dieser Saison aus, beide haben noch nicht verlängert.
Während sich bei Prömel zumindest die Tendenz zu einem ablösefreien Wechsel vermutlich Richtung Stuttgart erahnen lässt, ist die Lage im Falle Kabak noch unklar. Bewusst hatten beide Seiten auf vorschnelle Gespräche verzichtet, um abzuwarten, wie schnell Kabak es auf welches Leistungsniveau schaffen würde, und hatten sich bis zur Winterpause vertagt.
Seither laufen hinter den Kulissen schon länger die Bemühungen und Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung mit dem Hünen, der sich seinen Stammplatz zurückerobert hat und sich auch immer mehr seiner Topform nähert. Nach kicker-Informationen hat es erst in dieser Woche die nächste konkrete Verhandlungsrunde im Kraichgau gegeben. Doch noch immer ohne konkretes Ergebnis.
