Göttlich fordert position vom dfb – und kritisiert neuendorf

Amidst globaler Zerrüttung fordert Oke Göttlich, Präsident des FC St. Pauli und Vizepräsident des DFB, eine klare Haltung des Verbands zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026. Seine Forderung kommt nicht unangekündigt – und beinhaltet eine deutliche Kritik an seinem Amtsvorgänger, Bernd Neuendorf.

Göttlich setzt sich für klare antworten ein

Göttlich setzt sich für klare antworten ein

Der Präsident des FC St. Pauli hat die Debatte um die Haltung des DFB zur WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) neu entfacht. Göttlich betonte in einem Interview mit NDR 90,3, dass er nicht einen Boykott befürwortet, sondern eine offene Diskussion anstoßen will. "Fahren wir dahin? Wie fahren wir dahin? Wenn wir hinfahren: Was ist die Aussage?" Göttlich mahnte, dass der Verband sich auf mögliche Diskussionen vorbereiten müsse.

Seine Äußerungen lösten eine Welle der Empörung aus. Der DFB sprach sich gegen einen Boykott aus, während Präsident Neuendorf Göttlich für seine Vorstöße kritisierte. Auch DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig zeigte sich verärgert über die öffentlichen Aussagen.

Göttlich zeigte sich überrascht über die Reaktionen. "Ich dachte: Das ist der größte Sportverband der Welt, der hat sich doch wohl kommunikativ Gedanken gemacht," sagte der 50-Jährige. Er fügte hinzu: "Ich glaube, Herr Neuendorf ist kürzer im Amt, als ich es in einem Funktionärsamt im deutschen Fußball bin."

Der Präsident des FC St. Pauli stellt damit die Führungsrolle des DFB in Frage. Seine Forderung nach einer klaren Positionierung ist mehr als nur eine rhetorische Frage – sie zielt auf eine Auseinandersetzung mit den ethischen und moralischen Implikationen der Teilnahme an einem Turnier in Ländern, die von Konflikten betroffen sind.