Elfmeterschießen-chaos: innenverteidiger schießen – ein risiko?

Die Vorfreude auf die WM 2026 ist groß, doch eine Debatte sorgt in der Fußballwelt für Kopfzerbrechen: Sollten Innenverteidiger im Elfmeterschießen ran? Die Meinungen von Experten wie Per Mertesacker und Christoph Kramer gehen dabei völlig auseinander.

Unterschiedliche einschätzungen von wm-experten

Wie so oft im K.o.-Bereich der Finals zeigte die erste Runde der WM 2026, dass die Wahl der Schützen entscheidend ist. Bei Australien gegen Ägypten sorgte Harry Souttar mit seinem verschossenen Elfmeter für Aufsehen. Mertesacker beschrieb Souttars Ansätze als „fünfmal im Leben“, wobei er bereits nach links wich – ein deutliches Zeichen von Unsicherheit.

Der ehemalige Innenverteidiger selbst war sichtlich verärgert: „Ich kann es nicht nachvollziehen, warum man nicht die Spieler einsetzt, die diese Situation täglich im Training üben!“, so Kramer. Die Tatsache, dass 18-jährige Talente oft vor die Fußzeilen gestellt werden, empfand er als „schade“.

Kramer verteidigt seine position

Kramer verteidigt seine position

Kramer argumentierte, dass es keine statistische Grundlage für die Annahme gibt, dass Innenverteidiger seltener Tore schießen als Stürmer. Trotz des Champions-League-Finales und prominenter Beispiele aus der deutschen Nationalmannschaft gab es durchaus Fälle, in denen Stürmer im Elfmeterschießen verschiessen, wie Kai Havertz demonstrierte. „Ich glaube nicht, dass man daraus eine Regel ableiten kann“, betonte Kramer. Er sieht keine Verbindung zwischen der Berufsgruppe Innenverteidiger und der Fähigkeit, Elfmeter zu verwandeln.

Die aktuelle Statistik zeigt zwar eine relativ ausgeglichene Bilanz: Von neun Schützen haben fünf Innenverteidiger verwandelt, vier hingegen verschossen. Trotzdem bleibt die Frage, ob die Einsetzung von Innenverteidigern im Elfmeterschießen eine sinnvolle Strategie ist. Die Diskussion ist noch lange nicht abgeschlossen, und es wird spannend sein, wie sich diese Debatte im weiteren Verlauf der WM 2026 entwickeln wird.