Deutsche turner feiern dtb-pokal – doch topform noch weit entfernt

Stuttgart – Ein knapper Sieg im Mixed-Team und starke Einzelerfolge beim DTB-Pokal in Stuttgart geben deutschen Turnerinnen und Turnern Anlass zur Freude. Doch die Euphorie ist getemperte.

Dtb-pokal: deutsche turnerinnen und turner zeigen potenzial – aber noch kein top-niveau

Dtb-pokal: deutsche turnerinnen und turner zeigen potenzial – aber noch kein top-niveau

Timo Eder sicherte dem Team des Deutschen Turnerbundes (DTB) am letzten Tag des Traditionsturniers einen verdienten Sieg auf der Bodenrolle. Janoah Müller (18) begeisterte mit dem zweiten Platz am Schwebebalken. Trotz der Erfolge mahnen die Athleten und der DTB-Präsident zur Vorsicht: Die wegweisenden Titelkämpfe in Zagreb (August) und Rotterdam (Oktober) werden eine deutlich höhere Herausforderung darstellen.

„Man erkennt, dass wir große sportliche Herausforderungen haben und sehen, was zu tun ist“, so DTB-Präsident Alfons Hölzl. Auch Sprung-Europameisterin Karina Schönmaier betonte, dass noch viel Luft nach oben ist. Sie verzichtete auf die Gerätefinals, um ihre Leistungsfähigkeit zu optimieren, zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Formkurve im Laufe des Jahres ansteigen wird.

Nils Dunkel, Barren-Europameister, kämpfte mit körperlichen Problemen – ausgekugelte Finger bremsten ihn speziell auf seinem Spezialgerät. Dennoch freute er sich über den Team-Sieg gegen die Schweiz, Australien und Kanada. Nur zwei Finalplätze bei zehn Geräteentscheidungen unterstreichen die hohe Konkurrenz bereits in dieser frühen Saisonphase.

„Schon hier in Stuttgart war die Konkurrenz sehr, sehr gut“, kommentierte Dunkel. Die Europameisterschaften in Zagreb und die Weltmeisterschaften in Rotterdam werden zeigen, ob die deutschen Turnerinnen und Turner ihr Potenzial entfalten können. Die aktuelle Leistung ist ein erster Schritt – aber noch kein Endstand.

Die Ergebnisse zeigen: Der Weg zum internationalen Erfolg ist steinig. Die Deutschen müssen noch an sich arbeiten, um mit der Weltspitze mithalten zu können. Die Frage ist nicht, ob sie es schaffen werden, sondern wann.