Wagner: selbstkritik nach augsburg – image-problem und trainer-lehren
Sandro Wagner blickt nach fünf Monaten als Cheftrainer des FC Augsburg nüchtern zurück. Der frühere Bundesliga-Stürmer räumt ein, dass er den Verein im Sommer unnötig in den Fokus gerückt hat. „Das war nie meine Absicht“, betont er.

Kompany als vorbild – fokus auf das umfeld
Wagner erklärt, dass er künftig „noch besser überlegen muss, wo ich als Trainer und als Person hinpasse“. Ein Schlüssel sei, ein Umfeld zu finden, in dem alle Beteiligten offen für Veränderungen sind und „echten Bock draufhaben“. Er sieht in Münchner Trainer Vincent Kompany ein Vorbild, wenn es um eine unaufgeregte Kommunikation geht. „Sich nicht angreifbar zu machen, beherrscht kaum einer so gut wie er.“
Die Entlassung nach nur drei Siegen aus zwölf Spielen im Dezember hält Wagner für eine „nichts, was mich ins Wanken bringt“. Er fügt hinzu: „Ich bin wieder heiß und hätte ‚auch schon wieder arbeiten können, wenn ich das gewollt hätte‘.“
Eine seiner bekanntesten Aussagen nach der 2:3-Niederlage gegen Bayern, in der er die Qualität des FCA nicht dem des Rekordmeisters untergeordnet hatte, bezeichnet Wagner nun als „vergaloppiert“. Er gesteht ein, dass er bei „ein, zwei Aussagen“ in seiner Amtszeit „über den Berg gegangen“ sei. Das Fazit: Er muss sein Image im Griff behalten. „Ich weiß, wer ich bin und dass ich auch mal polarisieren.“
Der 38-Jährige betont, dass er als Trainer nur dann aktiv wird, wenn er das Gefühl hat, dass es passt. „Wenn was passt, lege ich los, und wenn nicht, dann nicht.“ Die Erfahrung in Augsburg hat ihn gelehrt, dass eine übermäßige Selbstinszenierung kontraproduktiv ist – und dass die Zustimmung des gesamten Umfelds entscheidend ist.
