Lipowitz im aufwind – podiumsplatz-hype oder ernsthafte konkurrenz?

Florian Lipowitz, der junge deutsche Hoffnungsträger, hat im vergangenen Jahr für Aufsehen gesorgt. Ein dritter Platz hinter Pogacar und Vingegaard bei der Frankreich-Rundfahrt war mehr als nur ein Startschuss – er war der Beweis, dass er potenziell mehr draufhat.

Der schlüssel zum erfolg: ein blick auf die zahlen

Jens Voigt, ein alter Hase aus dem Radsport, sieht in Lipowitz keineswegs nur einen kurzlebigen Hype. „Er hat da große Hoffnungen und Optimismus“, so der ehemalige Profi. Lipowitz zeigte bereits in der Baskenland-Rundfahrt zweifellos seine Klasse, indem er nur elf Minuten hinter Pogacar zurückblieb. Das ist kein unüberwindbares Hindernis.

Evenepoel als sparringspartner

Evenepoel als sparringspartner

Die Verpflichtung von Remco Evenepoel soll Lipowitz zusätzlich stärken. Voigt ist sich sicher: „Er wird ein bisschen unglücklich sein und mit den Zähnen knirschen. Aber ich denke, dass er vernünftig und reif genug ist, um zu sagen: ‘Ok, ich bin jetzt in der zweiten Reihe und ich bin jetzt Helfer’.“ Es ist ein kalkuliertes Bündnis, das die beiden jungen Fahrer voneinander profitieren lassen soll – und Lipowitz vielleicht sogar seine eigenen Stärken noch besser zur Geltung bringt.

Minimale unterschiede entscheiden

Minimale unterschiede entscheiden

Auch wenn der Rückstand von über elf Minuten im Gesamtklassement eine beträchtliche Lücke darstellt, glaubt Voigt, dass Lipowitz deutlich näher dran ist, als es auf den ersten Blick scheint. „Wenn Pogacar nicht mehr besser wird und vielleicht einen mittelprächtigen Tag hat, dazu Florian nur zwei Prozent besser wird, dann ist er auf Augenhöhe.“ Es sind minimale Unterschiede, die den Unterschied ausmachen können. Die Tour de France beginnt am 4. Juli in Barcelona – und die Welt fiebert mit.

Ein coup ist möglich

Letztes Jahr gewann Lipowitz neben dem dritten Gesamtplatz auch die Nachwuchswertung. Die Frage ist, ob er diesen Erfolg in diesem Jahr wiederholen kann. Ob er tatsächlich den Podiumsplatz erreichen wird, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Lipowitz hat das Potenzial, zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten zu werden – und die französischen Alpen und Pyrenäen werden es ihm nicht leicht machen, seinen Platz zu behaupten.